Grundlage der Transformationsprozesse sind Intervallzellen, die eine strukturbildende Funktion besitzen. Es gibt zwar viele strukturelle Referenzen im Stück, doch sollten sie dem Hören nicht als Orientierungspunkte dienen, weshalb ich mit bemüht habe, sie eher zu verschleiern als zu verdeutlichen. Die Komposition oszilliert zwischen zwei Polen. Einerseits gibt es Tutti-Prozesse mit mehr objektivem Charakter, die für die unbelebte Materie stehen könnten und eine emotionale Distanz signalisieren, andererseits Prozesse, die mehr im subjektiven Ausdruck wurzeln und melodischen Charakter haben. Diese artikulieren sich in einigen kurzen Soli, werden aber auch in Form dichter polyphoner Felder auf das Tutti projiziert, das damit von innen heraus belebt wird. Das Stück besitzt keinen Kulminationspunkt und sollte als offener Prozess verstanden werden.
Bettina Skrzypczak (2004)
Die Supernova im Kopf Analyse