Das Schaffen von Bettina Skrzypczak umfasst ein breites Spektrum vom Solostück über vokal-instrumentale Ensemblewerke bis zur Orchesterkomposition. Ihre Karriere als Komponistin hat sie angefangen mit dem Preis für das Orchesterwerk Verba (1987) (Wettbewerb für junge Komponisten von Musikbiennale Zagreb). Ihre Werke sind bei vielen internationalen Festivals erklungen, so beim Warschauer Herbst, bei der Biennale Venedig, beim Posener Frühling, beim Beethovenfest Bonn, beim Lucerne Festival und beim Takefu International Music Festival (Japan). Zu den Orchestern und Ensembles gehören die Rundfunksinfonieorchester in München, Frankfurt, Stuttgart und Berlin, die Basel Sinfonietta, das Berner Sinfonieorchester, das Orchestre de Chambre de Lausanne, das Ensemble Contrechamps Genf und das Silesian String Quartett. Unter den Solisten und Kammermusikern, die ihre Werke uraufgeführt haben, befinden sich Felix Renggli, Ilya Gringolts, Matthias Arter, Sergio Azzolini, Massimiliano Damerini, Eduard Brunner, Sarah Maria Sun und Robert Koller. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2020 den Heidelberger Künstlerinnenpreis. 

Bettina Skrzypczak machte neben ihrer Ausbildung an einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Lyzeum in Bydgoszcz (Polen) mit achtzehn Jahren ihr Klavierdiplom; zu den Prüfungsstücken gehörte das Klavierkonzert in g-Moll von Felix Mendelssohn. Anschliessend studierte sie in ihrer Geburtsstadt Posen Komposition und Musiktheorie. Zugleich besuchte sie an der legendären Sommerakademie in Kazimierz an der Weichsel die Kompositionskurse von Luigi Nono, Iannis Xenakis und Henri Pousseur. 1988 übersiedelte sie in die Schweiz, wo sie ihre Studien – elektronische Musik und Komposition an der Musikhochschule Basel und ein Post Graduate Studium an der Universität Fribourg – fortsetzte. 1999 wurde sie an der Musikakademie Krakau promoviert, 2016 erfolgte die Habilitation. 2015 gründete sie das Ensemble Boswil für neue Musik, das sie 10 Jahre leitete. 2002 erhielt sie an der Musikhochschule Luzern eine Professur für Musiktheorie, Musikgeschichte und Komposition. Zwischen 2011-2022 führte Sie als Gastprofessorin eine Kompositionsklasse an der Musikakademie Bydgoszcz (Polen). 

Sie tritt international als Gastkomponistin und -dozentin auf und ist als Jurorin bei Kompositionswettbewerben und als Prüfungsexpertin an Hochschulen tätig.