Weil die Identität des polnischen Volkes in der Geschichte immer wieder gefährdet war, hat sich in der verbalen und künstlerischen Sprache Polens eine spezifische Art der Metasprache entwickelt. Ich würde es als etwas Metaphysisches, ausserhalb der Realität Liegendes bezeichnen – einen Raum, in den man fliehen kann, wo man sich geborgen fühlt und überleben kann, wo man anders kommunizieren kann. In diesem Kontext kann die Bedeutung der Landschaft als Ort des Überlebens und des Verwurzeltseins besser verstanden werden. Bis heute befassen sich die Künstler (letztlich besonders in der polnischen Literatur) mit diesem Thema. Auch für mich bedeutet Landschaft viel mehr als etwas Bildliches. Mich fasziniert das Verzauberte, was hinter ihr liegt.
© René Karlen
(Aus dem Text zum Booklet der Portrait-CD Bettina Skrzypczak, Musikszene Schweiz 2002)